Oberarzt Dr. med. univ.

Wolfgang Rohrbacher

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie
Gerichtlich Beeideter Sachverständiger

Haarverpflanzung mit Eigenhaar

Volles Haar verleiht ein jugendliches Aussehen.

Haartransplantation

Haare sind ein wesentlicher Teil der Persönlichkeit und tragen zu einem sicheren Auftreten bei. Durch schöne gesunde Haare wird unser äußeres Erscheinungsbild entscheidend mitgeprägt. Volle kräftige Haare lassen Frauen und Männer eindeutig gesünder, vitaler und jünger aussehen. Wahre Wunder versprechen oft Haarwuchsmittel, Tinkturen und Haarbehandlungsinstitute um verlorene Haarpracht wiederzuerlangen sodass auch medizinische Methoden oft als unseriös betrachtet werden.

Wenn der Haarausfall noch nicht zu fortgeschritten und auf bestimmte Regionen wie zum Beispiel Stirnbereich oder Oberkopf, den sog. Tonsurbereich beschränkt ist, kann eine Haarverpflanzung sicherlich helfen das Haarbild entscheidend zu verbessern. Das Grundprinzip dieses ambulanten risikoarmen Eingriffes besteht in einer Umverteilung der eigenen in der Kopfhaut verankerten Haarwurzeln aus denen das Haar wächst.

Ursachen für Haarausfall

Der erblich-hormonelle Haarausfall ist die am häufigsten vorkommende Form des Haarausfalles und ist nicht als Krankheit sondern als individuelle Veranlagung anzusehen. Im vierten Lebensjahrzehnt sind von Haar Ausfall bereits 45 % der Männer und 16 % aller Frauen davon betroffen. Diese sogenannte androgenetische Alopezie beginnt bei Männern schon in ganz jungen Jahren mit kahlen Stellen oberhalb der Schläfen. Dann lichten sich die Haare am Scheitel und am Hinterkopf, bis schließlich der charakteristische hufeisenförmige Haarkranz übrig bleibt.

Ursache dieses Haarausfalles ist eine vererbte Überempfindlichkeit der Haarwurzeln auf männliche Hormone (Androgene). Diese männlichen Hormone führen bei entsprechender genetischer Veranlagung dass sich die Haarwurzeln verkleinern. Die Wachstumsphase fällt immer kürzer aus, die Haarwurzeln gehen in die Ruhephase und fallen schließlich aus. Die nachwachsenden Haare werden immer feiner und heller. Das letzte Stadium des androgenetischen Haarausfalls ist die Glatze. Hier sind die Haarfollikel nicht mehr in der Lage neue Haare zu produzieren.

Interessant ist, dass nicht alle Haare auf unserem Kopf und Körper gleich auf Androgene reagieren. Zum Beispiel fallen bei Männern die Haare am Hinterkopf, im sogenannten Haarkranzbereich nicht aus auch wenn Stirne und Scheitel bereits vollkommen kahl sind.

Dieses Wissen, dass Haarfollikel in manchen Arealen genetisch vorprogrammiert sind die Haarproduktion einzustellen ermöglicht es Haarfollikel von Gebieten mit normalem Haarwuchs, die nicht genetisch vorprogrammiert sind zu entnehmen und auf haarlosen Arealen wieder wachsen zu lassen. Das Haar wird umverteilt von reichen auf arme Gebiete – eine Art Robin Hood Chirurgie, wo die reicheren Areale etwas ärmer an Haar werden.

Geheimratsecken, Tonsur, Glatze – was tun gegen Haarausfall?

Unsere Haarwurzeln, auch Haarfollikel genannt sind komplexe Miniorgane und wie kleine Pflänzchen in die Haut eingebettet. Sie produzieren jedes für sich in einem bestimmten Zyklus das eigentliche Haar. Nach einigen Jahren der Wachstumsphase wird die Verbindung zur Haarwurzel schwächer, das Haar fällt aus und nach einer ca. 3 monatigen Ruhephase wird die Haarproduktion wieder aufgenommen. Jeder Erwachsene verliert normalerweise etwa 100 Haare pro Tag.

Wird dieser natürliche Haarausfall durch Neuproduktion in den Follikeln nicht ausreichend ausgeglichen kommt es zum allmählichen Ausdünnen des Haares und zur Entstehung von Kahlstellen. Altersbedingt werden sowohl Frauen als auch Männer ein natürliches Schütterwerden der Haare im Laufe der Jahre bemerken. Dazu kommt eine Vielzahl von Faktoren die Haarausfall verursachen können, wie Erkrankungen, Störungen des Hormongleichgewichtes, Stress und Vitaminmangel durch falsche Ernährung. Nur wenn gesundheitliche Störungen als Ursache des Haarausfalls ausgeschlossen und bereits behandelt wurden kann durch eine Haartransplantation ein gutes und dauerhaftes Ergebnis erzielt werden.

Haartransplantation mit Eigenhaar

Bei der Haartransplantation werden Haarwurzeln im sogenannten Haarkranzbereich am Hinterkopf wo die Haardichte selbst bei starker Glatzenbildung weitgehend konstant bleibt entnommen und nach spezieller Aufbereitung unter dem Operationsmikroskop wie winzige Pflänzchen in die kahlen Stellen eingesetzt. Ziel ist es, die verfügbaren Haare geschickt umzuverteilen um einen natürlichen Haaransatz und maximale Dichte im Bereich der kahlen oder schütteren Stellen wiederherzustellen. Zur Aufnahme dieser Haarwurzeln genügen bei einer modernen Haarverpflanzung feine Schlitze in der Kopfhaut um optimale Dichte und ein natürliches und narbenfreies Aussehen zu gewährleisten.

Wie funktioniert eine Haartransplantation?

Moderne Techniken der Mikrochirurgie im Rahmen der Plastischen, Ästhetischen und Rekonstruktiven Chirurgie haben die Methoden der Eigenhaarverpflanzung von der Verpflanzung grober Haarbüschel zur Mikrohaartransplantation weiterentwickelt. Die mikrochirurgische Aufbereitung der Haarwurzeleinheiten ist die Voraussetzung für die optimale Verwertung der zur Verfügung stehenden Haarwurzeln ohne Verluste.

Das Haar, welches bei der Entnahme zur Verfügung steht, ist nur begrenzt verfügbar, muss aber ein Leben lang reichen. Daher planen wir immer eine Reserve mit ein. Damit kann evtl. weiterer Haarausfall ohne weiteres behandelt werden. Die Haarverpflanzungen werden in entspannter Atmosphäre und schmerzlos in Lokalanästhesie nach Verabreichung eines schlaffördernden Medikamentes durchgeführt. Der Eingriff, ambulant durchgeführt , ist wenig belastend für den Organismus und in der Regel sind keine Komplikationen zu erwarten.

Voraussetzungen für ein gelungenes Ergebnis

Grundvoraussetzung für optimale Zufriedenheit des Patienten ist nicht nur die ökonomische und vorausschauende Umverteilung des verfügbaren Spenderhaares sondern die Vermittlung einer realistischen Erwartungshaltung bezüglich des medizinisch möglichen Ergebnisses d.h. der erzielbaren Dichte und der Größe der Oberfläche, die im individuellen Fall mit transplantiertem Eigenhaar bedeckt werden kann.

Die realistische Einschätzung der individuellen Haarsituation und des möglichen kosmetischen Ergebnisses erfordert jahrelange Erfahrung auf dem Gebiet der Haarchirurgie, sodass sämtliche Beratungen wie zu allen Eingriffen meines plastisch-chirurgischen Behandlungsspektrums ausschließlich von mir persönlich durchgeführt werden.

Ist das Ergebnis einer Haartransplantation bleibend?

Ja, die Haarwurzeln (Haarfollikel), die aus dem Haarkranz im Hinterkopfbereich entnommen wurden, verhalten sich ein Leben lang so stabil wie das Kopfhaar in diesem Bereich – auch wenn diese Haarwurzeln auf die lichten bzw. kahlen Stellen im Oberkopfbereich verpflanzt wurden. Außer bei wirklich krankheitsbedingtem Haarausfall bleibt dieser Haarkranz im Hinterkopfbereich auch bei Männern die zu extrem starker Glatzenbildung neigen bis ins hohe Alter erhalten.

Es ist die regional unterschiedliche genetische Information der Haarwurzeln in diesem Haarkranzgebiet (auch Spendergebiet oder Donorgebiet genannt), die sie unempfindlich gegen den Verursacher des Haarausfalls, das Hormon Dihydrotestosteron (DHT), sein lässt. Diese genetische Information bzw. Resistenz gegenüber diesem Hormon DHT geht auch nach der Umverteilung nicht verloren, sodass die transplantierten Haare vom Haarkranzbereich ein Leben lang wachsen.

Durch die Umverteilung dieser leider nicht unbegrenzt zur Verfügung stehenden Spenderhaare vom Haarkranzbereich wird eine wesentliche Verbesserung des Haarbildes erreicht. Die volle Haarpracht eines Jugendlichen kann allerdings nicht wiederhergestellt werden, da die Gesamtzahl der verfügbaren Haare trotz intensiver Forschung dzt. noch nicht vermehrt werden kann.

Der Neubewuchs auf den kahlen Stellen ist zwar etwas schütterer jedoch nicht vom ursprünglich gewachsenem Haar unterscheidbar und unterliegt nicht dem erblich beeinflussten Ausfall sodass auch ein dauerhaftes Ergebnis garantiert werden kann.

Ist eine Haartransplantation schmerzhaft?

Durch die Anwendung von örtlicher Betäubung in Kombination mit schlaffördernden und schmerzstillenden Medikamenten ist die gesamte Haarverpflanzung schmerzlos.
Einige Stunden nach der Behandlung fühlt man einen leichten Wundschmerz im Bereich der Entnahmestelle am Hinterkopf, der aber mit Schmerztabletten gut zu behandeln ist.

Was muss man vor der Behandlung der Haartransplantation beachten?

2 Wochen vor der Behandlung:

  • keine Schmerzmittel, welche Acetylsalicylsäure enthalten, z.B. Aspirin
  • keine Medikamente, welche die Blutgerinnung beeinträchtigen
  • keine Medikamente, welche die Blutgerinnung beeinträchtigen keine Medikamente gegen Haarausfall z.B. Regaine, Minoxidil usw.

Was ist nach der Eigenhaarverpflanzung zu beachten?

Im Gebiet der Verpflanzung entstehen anfangs kleine Krusten, die nicht abgekratzt werden sollten, da sonst die eingesetzten Haarfollikel verletzt werden könnten. Ansonsten verläuft die Wundheilung in der Regel komplikationslos.

In der Regel sind Berufsausübung und Gesellschaftsfähigkeit durch eine Haartransplantation kaum eingeschränkt. Auf den bepflanzten Arealen sind unmittelbar nach dem Eingriff punktförmige Krusten zu sehen die sich innerhalb einer Woche von selbst lösen. Handelte es sich nur um die Aufforstung kleinerer Areale wie z.B. Geheimratsecken so sind diese kleinen Krusten von Anfang an durch umgebendes Haar versteckt und kaum sichtbar. Die Entnahmestelle im Hinterkopfbereich wird durch eine selbstauflösende kosmetische Naht verschlossen, die von Anfang an durch umgebende Haare verdeckt, nicht wahrnehmbar ist.

Da bei der Haarverpflanzung nur die Haarwurzeln, die sogenannten Follikel auf den kahlen oder schütteren Arealen eingesetzt wurden, ist das Haarwachstum bereits die ersten Tage nach der Behandlung in der Art von „Bartstoppeln“ sichtbar, die nach 3 bis 6 Wochen wieder ausfallen. Erst nach einer Ruhephase von ca. 3 Monaten nehmen diese sozusagen umgetopften Follikel ihre endgültige Haarproduktion auf. Das Endergebnis der Haarverpflanzung ist etwa nach einem Dreivierteljahr zu erwarten bis das neuproduzierte Haar auch die entsprechende Länge und Dichte erreicht hat.
Wie lange dauert es bis ich wieder gesellschaftsfähig bin?
Unmittelbar nach der Behandlung wird ein Schutzverband in Form einer elastischen Kopfbandage angelegt, der nach der 1. Nacht wieder entfernt werden kann. In den Tagen danach sind punktförmige Krusten im Bereich der bepflanzten Areale sichtbar. Handelt es sich um kleinere Verpflanzungsareale oder Verdichtungen von schütteren Flächen so sind diese kleinen Krusten von Anfang an durch umgebendes Haar verdeckt. Bei großflächigeren Haartransplantationen im vorderen Kopfbereich planen die meisten Patienten etwa 1 Woche Urlaub ein bis diese kleinen Krusten völlig verschwunden sind.

Die Entnahmestelle im Hinterkopfbereich beeinträchtigt die Gesellschaftsfähigkeit nach Abnahme des Schutzverbandes am nächsten Tag nicht, da die selbstauflösende Naht durch umgebendes Haar äußerlich nicht wahrnehmbar ist. 2 Tage nach dem Eingriff können Sie Ihr Haar wieder mit mildem Shampoo waschen.

In seltenen Fällen und eher bei ausgedehnteren Verpflanzungen im vorderen Kopfbereich kann eine sichtbare Schwellung im Bereich von Stirne und Lidern auftreten, die jedoch schmerzlos ist und nach wenigen Tagen wieder von selbst abklingt. Sport und schwere körperliche Arbeiten, besonders in staubiger und feuchter Umgebung sollten für 2 Wochen vermieden werden.

Kosten der Haarverpflanzung

Abgerechnet wird nach Grafts, bzw. der Anzahl verpflanzter Haarwurzeln. Die genaue Graftanzahl für eine Eigenhaartransplantation ist jedoch von der individuellen Situation abhängig. Bei einem unverbindlichen Beratungsgespräch wird gerne ein genauer Kostenvoranschlag erstellt.

Im Vorfeld gerade dieses plastisch-chirurgischen Eingriffes sind daher eine eingehende fachärztliche Untersuchung und seriöse Beratung unerlässlich.

Die Behandlung im Überblick

  • Eingriffsdauer:

    Je nach Anzahl der Grafts ca. 3 - 6 Stunden

  • Narkoseart:

    Sedoanalgesie

  • Aufenthalt:

    meist ambulant

  • Postoperative Schmerzen:

    minimal

  • Haarwäsche:

    nach 2 Tagen

  • Arbeitsfähigkeit:

    nächster Tag

  • Sport:

    nach 2 Wochen

Beratung

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Ich freue mich auf Ihren Besuch.

Plastische Chirurgie

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